nächste Veranstaltungen

Drucken

Partnerschule Waldorfschool Windhoek

Schulpartnerschaft Freie Waldorfschule Berlin-Südost / Deutschland mit der
Waldorf School Windhoek / Namibia

Viele Dinge im Leben lassen sich nicht gut planen. Auch hier wurden die feinen Fäden des

Schicksals so gut gesponnen, dass wir Beteiligten es bis heute noch gar nicht fassen können.

Ich nahm vor einem Jahr Kontakt auf zu der Waldorf School Windhoek, um mich von der tollen

Website und dem PR-Bereich inspirieren zu lassen. Es entstand ein regelmäßiger E-Mail-

Austausch, der für beide Seiten sehr bereichernd war.

Kurz vor den Sommerferien 2009 bekam ich eine Mail, dass Frau Freier und Frau Dr.

Steinwachs vom Berliner EPIZ- Center für globales Lernen zufällig (!) zu Besuch in der

Windhoeker Schule waren. Sie begleiteten die dortigen Schulinspektoren auf der Suche nach

Staatsschulen, die an einem Schulpartnerschaftsprogramm Berlin/Windhoek teilnehmen wollen.

Sie wurden gefragt, ob sie auch Lust hätten, die Waldorfschule anzuschauen.

Dort trafen sie meine E-Mail-Freundin Nicola Brodie und waren von dem Kontakt, der zu uns so

intensiv schon bestand, so begeistert, dass sie uns als freie Schulen mit in das Programm

aufnahmen.

Schnell wurden wir in das EPIZ- Centrum eingeladen und stiegen so mit einer riesigen

Geschwindigkeit in ein bestehendes Programm mit ein.

Am 21.8.2009 schon landeten Kathi Damon und Werner Hammerslacht von der Waldorf School

Windhoek in Berlin, zusammen mit anderen Lehrern und Schulleitern aus Namibia.

Wir haben gemeinsam in der ersten Woche unsere Schulpartnerschaft in Workshops erarbeitet,

haben ein schönes Freizeitprogramm miteinander erleben dürfen, um uns besser

kennenzulernen.

Wir wurden in einem Lehrgang geschult, mit der Internetplattform Moodle umzugehen. Im

Moodle können sich Lehrer, Schüler und Eltern in verschiedenen Ebenen treffen und

gemeinsam Projekte ins Leben rufen, sich austauschen und gegenseitig inspirieren. Es gibt

Foren, Chaträume, Wikis und vieles mehr für ein globales Lernen. Es wurde festgelegt, dass die

namibischen Schüler deutsch schreiben und die deutschen Schüler englisch.

Das wirklich schönste Programm aber startete in der zweiten Woche!

In dieser Zeit hospitierten Kathi und Werner an unserer Schule und wohnten bei Schuleltern. Am

ersten Schultag standen die beiden mitten im gemeinschaftlichen Morgenkreis und hielten ein

Plakat nach oben, auf dem jede einzelne Klasse ihrer Schule sich vorstellte.

In dieser Zeit starteten wir einen Workshop unter der Leitung der Bossert-Managementberatung

mit Schülern der 10. 11. und 12.Klasse und Kathi und Werner. Unsere Schüler sollten mit Hilfe

von partizipatorischen Methoden erarbeiten, wofür denn ihr Herz bei diesem Austausch brennen

würde.

Es kamen tolle Ergebnisse zusammen!

Kathi und Werner fanden sich so toll ein in unseren Alltag, dass es niemandem mehr auffiel,

dass sie unsere Gäste waren. Sie gehörten einfach dazu!

Beide schafften eine sehr schöne Atmosphäre bei ihrer abendlichen Infoveranstaltung über ihre

Schule. Eltern, Freunde und Schüler waren eingeladen, und es stand ein schönes Buffet mit

extra aus Namibia mitgebrachten Spezialitäten zur Verfügung.

Sehr sehr schwer fiel uns allen dann am 3.9. der Abschied! So viel Nähe und Herzenswärme,

Freundschaft, Verständnis, Ideen für Projekte, Brieffreundschaften zwischen Schülern waren

entstanden! Zum Schluss wurde das „Memorandum of Understanding“ von allen an dem Projekt

beteiligten Schulen unterschrieben. Wir haben eine Projektgruppe Namibia gegründet, die sich

monatlich treffen wird. Wir möchten unsere neue Partnerschule mit in jede Monatsfeier

einbeziehen, auf den Basaren und Festlichkeiten mit einem Stand repräsentieren und uns

intensiv mit ihnen austauschen.

Auch Vorstandsthemen und Organisationsentwicklung werden dabei einen festen Platz erhalten.

Das ganze Land Namibia scheint näher gerückt zu sein. Unsere Oberstufe wird in Kürze ein

Theaterstück namibischer Schauspieler besuchen und namibische Künstler mit einem

Stipendium in Berlin werden mit Projekten an unsere Schule kommen.

Wir haben Kontakt zum namibischen Botschafter in Berlin und wollen mit ihm besprechen, wie

Transporte von Dingen zwischen den Schulen finanziert werden können.

Silke Tessendorf ( Vorstandsmitglied und PR der Freien Waldorfschule Berlin-Südost )

_______

Netterweise hat der Tagesspiegel schon über uns berichtet: Partnerschaft zu Schulen in Namibia

- Workshop bereitet Austauschprojekt vor

Maria Ugoljew - 15.9.2009 0:00 Uhr

„Wir sind alle Bürger einer Welt. Also lasst uns gegenseitig besser kennen lernen!“ Mit diesen

Worten beendete Stephan Groenewald vom namibischen Bildungsministerium den

zweiwöchigen Lehrerworkshop in der Jugendkunstschule Atrium in Reinickendorf. Es war ein

Workshop der besonderen Art. Denn er legte den Grundstein für ein Schüleraustauschprojekt

zwischen Berliner und Windhoeker Schulen.

Ziel des Projekts ist, auf Augenhöhe miteinander und voneinander zu lernen. „Es geht nicht

darum, dass die deutschen Schulen Spendenaktionen für die Namibier veranstalten. Die

Schulen sollen sich als gleichberechtigt ansehen“, sagt Projektleiterin Luise Steinwachs vom

Berliner Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationszentrum EPIZ. Insgesamt beteiligen

sich derzeit neun deutsche und neun namibische Schulen daran. Neue Interessenten sind laut

Steinwachs „jederzeit willkommen“ – Hauptsache sie bringen viel eigenes Engagement mit.

Die deutschen und namibischen Partnerschulen erstellten in Berlin ein Konzept für die

Zusammenarbeit. Die Freie Waldorfschule Berlin-Südost aus Treptow und deren Pendant, die

Waldorf School Windhoek, haben sich beispielsweise mit der gemeinsamen Fächerplanung

beschäftigt. Außerdem gab es eine Befragung der Schüler, die ja am meisten von dem Projekt

profitieren sollen, was sie sich eigentlich vorstellen. „Am liebsten würden sie die Jugendlichen

aus Windhoek gleich persönlich kennen lernen“, sagt Silke Tessendorf vom Vorstand des

Elternvereins. „Aber das wird nicht von heute auf morgen passieren. Das benötigt eine gute

Vorbereitung.“

Um die Zeit zu überbrücken, hat das EPIZ eine Internetplattform zur Verfügung gestellt, die von

allen Schulen genutzt werden kann. Hier können sich die Schüler schon einmal in der „virtuellen

Welt“ kennen lernen. Die Kommunikation erfolgt auf Englisch und Deutsch. Das Internet ersetze

das persönliche Treffen aber natürlich nicht, sagt Luise Steinwachs. „Dennoch, es hilft enorm bei

den ersten Schritten.“ Maria Ugoljew

Am Austausch beteiligen wollen sich neben der Waldorfschule Berlin-Südost die Nikolaus-

August-Otto-Schule, die Bettina-von-Arnim- und Carl-Zeiss-Gesamtschule, das Bertha-von-

Suttner-, Händel- und Albert-Einstein-Gymnasium, die Jugendkunstschule Atrium sowie aus dem

brandenburgischen Birkenwerder die Regine-Hildebrandt-Schule.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 15.09.2009) -

http://www.tagesspiegel.de/berlin/familie/schule/art295,2899723