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Selbstverwaltung
Da sich unsere Schule als Waldorfschule selbst verwaltet, also keinen Direktor hat, sind die Eltern direkt in das Geschehen der Schule involviert. Über pädagogische Belange entscheidet die Lehrerkonferenz. Für fast alle anderen Bereiche sind verschiedene Gremien und der Vorstand zuständig. Je nach Interesse und Expertise können sich alle Eltern engagieren, so z.B. im Finanzkreis, im Baukreis, im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, im Basar- und Festekreis...
Da unsere Schule ein Gemeinschaftsprojekt aus Schülern, Lehrern und Eltern ist, hängt die Aufgabenbewältigung im gesamten Schulbetrieb vom Gestaltungswillen der Gemeinschaft ab. Das bedeutet zwar mehr Arbeit als an den öffentlichen Schulen für die Eltern, aber dafür haben sie mehr Einblick und eine größere Identifikationsmöglichkeit mit der Schule, die für die Entwicklung der Kinder prägend ist. Die Kinder fühlen sich gut aufgehoben, wenn sie sehen, dass ihre Eltern an ihrem schulischen Leben mitwirken.
Finanzierung
Die Freie Waldorfschule Berlin-Südost ist eine Schule in freier Trägerschaft, die auf der Grundlage der Pädagogik Rudolf Steiners die Bildung und Erziehung der ihr anvertrauten Kindern und Jugendlichen fördert.
Das Grundgesetz der Bundesrepublik (Artikel 7 Abs. 4) gewährleistet das Recht zur Errichtung von Schulen in freier Trägerschaft, also auch von Waldorfschulen.
Der Staat, d. h. die Bundesländer sind danach verpflichtet, den Schulen in freier Trägerschaft Finanzhilfe zu gewähren. Als Gegenleistung müssen die Schulträger dafür sorgen, dass
- die wirtschaftliche Sicherung der Lehrer gegeben ist,
- mit staatlichen Schulen vergleichbare Einrichtungen, insbesondere Schulgebäude und Ausstattung, vorhanden sind,
- die Zugänglichkeit für jedermann möglich ist, d. h., durch Schulgelderfordernisse darf keine Auswahl der Schulkinder unter dem Gesichtspunkt der Vermögens- und Einkommenssituation der Eltern erfolgen.
Die für die Verwirklichung der Aufgaben und Ziele unserer Schule erforderlichen Mittel kommen aus vier Bereichen:
- Das Land Berlin zahlt einen Zuschuss in Höhe von 93 % der an Schulen in öffentlicher Trägerschaft vergleichbaren Kosten für das pädagogische Personal. Bezogen auf die jährlichen Gesamtkosten (Personal- und Sachkosten) an unserer Schule werden damit etwa 60 Prozent durch die staatliche Finanzhilfe gedeckt. Die Eltern müssen also durch Schulgeld und Eigenleistungen die Differenz von ca. 40 Prozent tragen.
- Die Eltern zahlen einen sozial gestaffelten Schulbeitrag, durch den alle Sach-, Verwaltungs-, Instandhaltungs-, Bewirtschaftungs- und Weiterbildungskosten abgedeckt werden müssen. Insbesondere sind die Beiträge der Eltern für die Bereitstellung und Ausstattung der Schulräume erforderlich.
- Die Eltern und Lehrer tragen durch Arbeits- und Sachleistungen dazu bei, die Ausgaben zu mindern.
- Eltern, Freunde und Förderer unserer Schule ermöglichen durch ihre Spenden, dass auch die Kinder unbemittelter Eltern die Freie Waldorfschule Berlin-Südost besuchen können und somit keine Sonderung nach den Vermögensverhältnissen stattfinden muss.
Die Höhe der Elternbeiträge ergibt sich einerseits aus den zu erwartenden Einnahmen und den absehbaren Ausgabeverpflichtungen. Andererseits muss mit Hilfe der Elternbeiträge kontinuierlich ein Polster für größere Investitionen angespart werden. Derzeit liegt der Elternbeitrag bei rund 0,7 % des Jahresnettoeinkommens.
Die Einkommensverhältnisse der Eltern entscheiden nicht über die Schulaufnahme des Kindes. Erst nach Aufnahme eines Kindes in die Schule werden mit den Eltern vertrauliche Finanzgespräche geführt. Grundlage für die Elternbeiträge ist unsere Schulbeitragsordnung. Je nach Einkommenslage legen die Eltern in einem vertraulichen Finanzgespräch mit der Schule die Beiträge selbst so fest, dass sie einerseits den Notwendigkeiten des Schulbetriebes, andererseits ihren eigenen finanziellen Möglichkeiten entsprechen. Der Finanzbedarf kann nur gedeckt werden, wenn diejenigen, denen dies zugemutet werden kann, erheblich mehr als den Durchschnittsbetrag aufbringen, denn wir halten es für selbstverständlich, dass an unserer Schule auch Kinder unterrichtet werden, für die nur ein geringer Betrag gezahlt werden kann.
Neben Finanzhilfe, Schulgeldzahlungen und Spenden spielt im «Finanzleben» unserer Schule selbstverständlich der nicht zu unterschätzende Wert der ehrenamtlichen Elternmitarbeit eine große Rolle.
In Zeiten, in denen die Schule baut, sind die Eltern hier besonders aufgerufen, zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern anzupacken. Aber auch in «normalen» Schulzeiten ist das Leben der Schule ohne das Mitwirken und die Mitarbeit der Eltern nicht denkbar.
Wenn Sie unsere Arbeit finanziell unterstützen, helfen Sie uns sehr. Insbesondere für Investitionen in dringend erforderliche neue Schulräume, aber auch für Erhaltungsaufwendungen, können wir auf keine Zuschüsse vom Bund oder vom Land Berlin zurückgreifen, so dass diese allein durch Spenden finanziert werden müssen.